Wie geht Kita während Corona? Risiken - Quarantäne - Perspektiven

Der Landes Eltern Ausschuss Kita möchte wissen, wie es Euch mit den zunehmenden Infektionen und Quarantäne-Anordnungen geht.
Gehen Eure Kinder momentan zur Kita? Gibt es in Eurer Kita positive Coronavirus-Testergebnisse und wie waren die Folgen? Brauchen Eure Kinder bzw. Ihr als Familie besonderen Schutz wegen erhöhter Risiken? Was brauchen Eure Kinder, was braucht Ihr als Familie als Perspektive für die kommenden Wochen und Monate?

(Antwortzeit ca. 5 Minuten insgesamt)

Die Umfrage läuft bis 22.11.2020.

Teilnehmen könnt ihr hier auf der Homepage oder nach dem Scannen des Codes auf dem QR Code.

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Wenn mein Kind krank wird ...

Umgang mit Atemwegserkrankungen in Schule/Kita.

Eine Infografik zur Orientierung:

Informationsgrafik des Berliner Senats.


Wichtige Folgerung: Um auf eine erneute Situation mit weitestgehender Schließung der Kindertagesbetreuung oder verringertem Betreuungsumfang angemessen reagieren zu können, müssen im Voraus Konzepte entworfen und erprobt werden, die es ermöglichen, Familien zuverlässig zu erreichen und unterstützen zu können. Dies ist besonders wichtig für Familien, in denen es aufgrund einer Kumulierung von Problemlagen zu schweren Konflikten und Eskalationen kommen kann. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der Aufbau und die Pflege einer langfristigen und konstruktiven Elternzusammenarbeit. Diese bildet eine stabile Grundlage für eine vertrauensvolle und effiziente Kommunikation mit Eltern, auch in besonders herausfordernden Situationen, in denen Austausch nur über digitale Medien geschehen kann.


„In 2020 können keine weiteren Anträge im Landesprogramm mehr angenommen werden, da die Mittel für 2020 bereits ausgeschöpft sind und auch für 2021 eine Vornotierung von Projekten aus den vorliegenden Anträgen vorgenommen wird.“

Damit bremst das Land Berlin den Kita-Ausbau zunächst aus, weil für dieses Jahr – bereits inklusive der Mittel aus dem Konjunkturpaket des Bundes – keine Mittel mehr zur Verfügung stehen, um die gestellten Anträge und auch Neuanträge bedienen zu können. So kann der Ausbau von Plätzen nicht vorangehen. Eltern werden weiter auf der zermürbenden Suche nach Plätzen sein.


LEAK Podcast Kita-Eltern Berlin

Aktuell: Wieviel Regelbetrieb ist in Kitas während der Corona-Pandemie möglich ?

Erfahrt in dieser Folge, welche Auswirkungen die weitere Öffnung der Berliner Kitas haben wird und ob uns noch dauerhaftere Einschränkungen erwarten. Mit uns im Gespräch: Roland Kern vom Dachverband der Kinder- und Schülerläden DaKS.

Erste Folge des LEAK Podcast Kita-Eltern Berlin:

Wie funktioniert der Personalschlüssel in Berliner Kitas? Roland Kern vom Dachverband der Kinder- und Schülerläden (DaKS) erklärt die Hintergründe und wie Eltern erkennen können, ob in der eigenen Kita alles passt.


Ergebnisse der Umfrage im Juni 2020

Vielen Dank an alle Eltern, die sich an unserer Umfrage zur aktuellen Situation in den Kitas beteiligt haben.

Die Ergebnisse zeigen, dass viele Eltern auf eine Erweiterung der Öffnungszeiten und ein Aussetzen der Schließzeiten in den Sommerferien angewiesen sind. Weiterhin sehen wir Möglichkeiten zu Kita internen Gesprächen über eine solidarische Gestaltung, wenn Eltern dafür finanzielle und praktische Unterstützung erhalten.

Zu den Ergebnissen

Das Öffnungskonzept für die Kitas sieht folgende Punkte vor:

Ab dem 15. Juni kann der Prozess zur Rückkehr in den Regelbetrieb beginnen und alle Kinder können wieder betreut werden. Die Begrenzung der Gruppengrößen wurde bereits zum 8. Juni aufgehoben.

Spätestens ab dem 22. Juni erhalten alle Kinder eine Betreuung, die dem individuellen Kita-Gutschein entspricht. Dies umfasst auch die Bereitstellung von Früh- und Spätdiensten. Die konkreten Ausgestaltungen müssen in enger Abstimmung zwischen Trägern und Eltern und unter Berücksichtigung der Gegebenheiten vor Ort erfolgen. Die Liste der systemrelevanten Berufe verliert ihre Gültigkeit. Die Eingewöhnung von neuen Kindern ist möglich.

Es werden möglichst stabile Gruppenstrukturen angestrebt. Um dies zu erreichen, ist es weiterhin möglich, zusätzliche Räume für die Kita-Betreuung zu nutzen (z.B. in Familien- oder Nachbarschaftszentren) und Nicht-Fachkräfte wie Pädagogik-Studierende zur Unterstützung hinzuzuziehen (ein erweitertes Führungszeugnis muss beantragt sein).

 

Die Telefon-Hotlines für Eltern (Tel. 030-90227 6600) und Träger (Tel. 030-90227 6060) der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie bleiben bis Ende Juni geschaltet.

Wie sind eure Erfahrungen mit diesem Plan? Wir freuen uns sehr über eure Teilnahme an unserer Umfrage!


Stellungnahme des LEAK zur Kita-Notbetreuung (07.05.2020)

Als Vertreter*innen der Berliner Kita-Eltern setzen wir uns dafür ein, dass auch im Rahmen der Corona-Schutz- und Lockerungsmaßnahmen Kinder und ihre Familien die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen zusteht. Wir setzen uns dafür ein, dass die Verwaltung in Zusammenarbeit mit Bildungsakteuren und Eltern kreative Lösungen sucht und umsetzt, um die Rechte der Kinder auf Bildung und Gesundheit im Rahmen der während der Corona-Pandemie gegebenen Möglichkeiten zu gewährleisten.

Die Perspektive der Kinder kommt in der Diskussion um Corona regelmäßig zu kurz. Die Kontaktbeschränkungen treffen sie hart, ihnen fehlt das Spielen und Lernen in der Gruppe.  Kinder haben Rechte auf Gesundheit und auf Bildung. Kleine Kinder sind daher in der momentanen Situation besonders herausgefordert und in den Blick zu nehmen. Die schrittweise Öffnung von Kindertagesstätten sollte sich primär an dem Bedarf der Kinder orientieren. Die Unterbrechungszeiten der Betreuung gerade für junge Kinder sollen so kurz wie möglich gehalten werden.

Seitdem die Bundesregierung in Absprache mit den MinisterpräsidentInnen zum 20. April 2020 erste Lockerungen der sogenannten Corona-Maßnahmen beschlossen hat, wächst der öffentliche und politische Druck auf den Bereich der Kindertagesbetreuung, für den ebenfalls Lockerungen eingefordert werden. In diesem Sinne wurden am 21. April 2020 Änderungen auch für den Bereich der Kindertagesbetreuung in Berlin beschlossen. Die neuen Regeln eröffnen nunmehr die Möglichkeit einer schrittweisen Erweiterung des Betreuungsbetriebs in der Kindertagesbetreuung unter den Bedingungen der Notbetreuung. Vorrangig für die Inanspruchnahme dieses eingeschränkten Angebots bleibt weiterhin, dass die häusliche Betreuung des Kindes durch die Eltern oder durch eine dritte Person nicht sichergestellt werden kann.

Empfehlungen zu Hygieneregelungen und Schutzmaßnahmen legen die Reduzierung von Kontakten zum Schutz des Personals und der weitgehenden Vermeidung von Schmierinfektion für alle Betriebe, Einrichtungen und Angebote nahe. Dies soll insbesondere durch einen Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Personen und ein verstärktes Reinigungs- und Desinfektionsregime hergestellt werden. Allen Beteiligten in der Kindertagesbetreuung dürfte allerdings klar sein, dass Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt kaum Abstandsregelungen einhalten werden bzw. pflegende Tätigkeiten dieses auch nicht zulassen. Hinweise, welche alternativen Schutzmaßnahmen je nach pädagogischer Situation sinnvoll zu ergreifen sind, fehlen bisher.

Oberstes Ziel aller Maßnahmen bisher war die Verhinderung von Infektionen: Dies stand immer im Vordergrund. Mit der Änderung der Ein-Eltern-Regelung und dem Zugang für Alleinerziehende wird sich die Notbetreuung erheblich ausweiten. Damit werden einige Kitas unter Einhaltung der Empfehlungen zu kleinen Gruppen, feste/r BezugserzieherIn, Verteilung über die Räume und keine Durchmischung der Gemeinschaften auch jetzt schon an die Grenzen des machbaren und fachlich verantwortbaren kommen. Wir appellieren an die Solidarität unter Eltern, ihre Kinder nach Möglichkeit nur eingeschränkte Stunden zur Kita-Notbetreuung zu bringen, damit möglichst viele Familien in den Kita-Notbetrieb integriert werden können.

Der LEAK fordert deshalb:

Perspektive der Kinder und Eltern einbinden

Wir fordern, dass Elternvertretungen in der Kita, auf Bezirks- und Landesebene an Beratungen und Gesprächen teilnehmen können und aktiv eingebunden werden.

Ergänzende Angebote zur Förderung, Betreuung und Bildung

Der Senat und die Senatsverwaltung für Jugend sollten Familien mehrere Optionen zur Kinderbetreuung und Bildung anbieten. Dabei gilt, dass die Notbetreuung in der Kita nur eine Option unter mehreren sein sollte. Dem Senat von Berlin wird dringend empfohlen neben der Kindertagesbetreuung und der ergänzenden Förderung und Betreuung an Schulen Entlastungsmöglichkeiten für alle Familien und zuvorderst für Familien in Not zu schaffen und dieses auch zu gestatten.  Mit Unterstützung von Familienzentren, Nachbarschaftshäusern, Kirchengemeinden, Kinder- und Jugendfreizeitzentren, z.B.  durch begleitete Spiel- und Sportangebote auf den öffentlichen Spiel- und Sportplätzen, Spielkreise, feste Spielgruppen in der Nachbarschaft, Lese- und Puppenspielnachmittage usw. können Familien entlastet werden und Kinder wieder soziale Kontakten mit anderen pflegen- in möglichst konstanten Kleingruppen.

Entschädigung bei Kinderbetreuung; Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie möge in ihrer Funktion als Familienministerium über die Möglichkeiten des Bundes auf Lohnfortzahlung für Eltern, die ihr Kind zu Hause betreuen und deshalb auf Einkommen verzichten müssen, aktiv und breit informieren und die Antragstellung unterstützen. Eine Verlängerung des Zeitraums über die bisher angekündigten sechs Wochen ist notwendig.  Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehören neben dem wichtigen Unterstützungssystem Kita auch die Arbeitgeber als Partner. Es gibt gute Beispiele von Unternehmen, die durch bessere Konzepte für Homeoffice und Arbeitsorganisation dazu beitragen, dass sich Eltern zumindest organisieren können und Druck in den Familien verringert wird. Wir rufen alle Berliner Arbeitgeber auf, kreative Lösungen zu finden, um die Arbeitsbelastungen für Eltern zu verringern und sie und ihre Kinder in der aktuellen Situation zu unterstützen.

Angebote für Kinder und Familien, die zur Risikogruppe gehören
Eltern, die weder am Notbetreuungsbetrieb noch an einem geplanten eingeschränkten Regelbetrieb teilnehmen können, da sie oder ihre Kinder zur sogenannten Risikogruppe gehören, benötigen arbeitsrechtliche Sicherheit, finanzielle Unterstützung und getrennte Betreuungsangebote, die sich an ihren Bedarfen orientieren.

Orientierungsrahmen für Arbeits- und Gesundheitsschutz, sowie bessere Arbeitsbedingungen für pädagogisches Personal

Die Senatsverwaltung für Jugend wird dringend gebeten einen Orientierungsrahmen für alle Träger der Kindertagesbetreuung zu praktischen und konzeptionellen Umsetzung der Notbetreuung , der Organisation des pädagogischen Alltags, der Hygiene in der Einrichtung, der Einordnung von Maßnahmen des  Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden insbesondere zum Umgang mit Mund-Nase-Masken im pädagogischen Alltag sowie der Kommunikation mit Eltern und Angehörigen entwickeln. Weiterhin unterstützen wir die Forderungen von Erzieher*innen nach höherer Bezahlung und langfristigen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.

Wissenschaftliche Studien zur Verbreitung des Virus in Kindertagesstätten

Der Senat von Berlin wird aufgefordert, ein regelmäßiges Screening von Erzieherinnen und Erziehern, sowie die Erstellung von wissenschaftlichen Studien zur Verbreitung des Virus in Kindertagesstätten, sowie ergänzend unter den jüngeren Kindern und ihren Familien in Auftrag zu geben und durchzuführen.


Informationen für Eltern (29.04.2020)

Liebe Eltern,
wie von der Senatsverwaltung angekündigt, gibt es ab dem 27.4. eine Erweiterung der Notbetreuung. Wir wollen euch dazu einige aktuelle Informationen zusammenfassen:


„Vorrang der häuslichen Betreuung“ bedeutet für uns: Wir rufen alle Eltern auf sich solidarisch zu verhalten und die Notbetreuung als eine eingeschränkte Option zu verstehen. Es wird leider nicht möglich sein, dass jede Familie, die im HomeOffice arbeitet, eine Vollzeitbetreuung erhält. Anderseits sollte auch diesen Eltern ermöglicht werden, ihre Kinder zeitweise betreuen zu lassen.


Seit dem 27.4. sind auch wieder private Betreuungen (nachbarschaftliche Hilfe) von bis zu drei Kindern erlaubt. Hier gilt es, am besten immer die gleichen Kinder gemeinsam betreuen.


Ab dem 4.5. dürfen auch die Spielplätze wieder genutzt werden. Auf den Spielplätzen gelten die Abstands- und Hygieneregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie.


Auf der Seite der Senatsverwaltung befinden sich die offiziellen Bekanntmachungen, Formulare für die Notbetreuung und Antworten auf häufige Fragen, einiges auch mehrsprachig:  www.berlin.de/sen/bjf/coronavirus/aktuelles/

Uns erreichen viele Anfragen und Berichte von kaum zu meisternden Situationen, bei den allermeisten gehen die Ressourcen in vielerleit Hinsicht zuende. Wir bemühen uns, Euch schnellstmöglch zu antworten und tragen Eure Anliegen auch gesammelt in die Senatsverwaltung und den politischen Gremien weiter.  
Wir wünschen euch und euren Lieben weiter gute Nerven in dieser herausfordernden Zeit und immer wieder auch Raum für Freude miteinander!
Euer LEAK Vorstand


Stellungnahme des LEAK zu Einschränkungen von Kindern und Familien (22.04.2020)

 

Stellungnahme des Landes Eltern Ausschuss Kita (LEAK) zu Einschränkungen von Kindern und Familien

Berlin 22.04.2020

Kinder haben Rechte, u.a. auch auf Gesundheit und auf Bildung. Kleine Kinder gehören zu den Gruppen, die unter der momentanen Situation besonders leiden. Es ist Aufgabe der Politik, jetzt kreativ über Lösungen nachzudenken und gemeinsam mit Eltern, Pädagog_innen und Erzieher_innen daran zu arbeiten, dass Berliner Kinder nicht unnötig stark in ihrer Entwicklung eingeschränkt werden!

Es ist als Gesellschaft unsere Aufgabe, gerade auch für die Rechte derer Kinder einzustehen, deren Eltern mit der momentanen Situation überfordert sind. Auch Kinder von Alleinerziehenden sind stark betroffen. Wir begrüßen daher die Regelung, dass diese in Belastungssituationen komplett in die Notbetreuung aufgenommen werden. Zusätzlich müssen auch für Kinder mit besonderem Förderbedarf Angebote und Lösungen gefunden werden.

Ganz grundsätzlich brauchen alle Kinder und ihre Eltern Perspektiven, die ihre Bedürfnisse ernst nehmen! 

Aus unserer kurzfristigen Umfrage, an der vom 15.4. bis zum 20.04.2020 über 1300 Eltern teilgenommen haben, lässt sich herauslesen, dass die Mehrheit der Eltern Betreuungsoptionen und praktische Entlastung benötigt. Betreuung umfasst dabei viele Varianten von Voll- oder Teilzeit in der Kita, durch Freunde oder Sportgruppen. Praktische Entlastung ist in Form von geöffneten Spielplätzen, reguliertem Zugang zu Bibliotheken und Sportplätzen sind dringend notwendig. Andere Familien brauchen eher eine finanzielle Unterstützung, da sie an Betreuungsoptionen nicht teilhaben können.

Wir müssen gemeinsam Modelle finden, an Ideen mangelt es nicht.
Eine erste Auswahl: Pädagogische Fachkräfte könnten einige Tage in der Woche für mehrere Stunden Kita-Gärten öffnen. Wir könnten Spielplätze mit Einschränkungen öffnen. Wir könnten Nebenstraßen zu Spielstraßen umwidmen. Wir könnten Notbetreuung in Kitas für Kleinstgruppen tageweise oder vor- und nachmittags getrennt anbieten. Wir könnten Eltern ermöglichen 2-3 Vor- oder Nachmittage pro Woche Betreuung in Anspruch zu nehmen.

 


Erweiterung der Notbetreuung ab dem 27.04.2020

Wir raten Eltern in der aktuellen Ausnahmesituation Kita als Familiäre Unterstützung zu begreifen.

Bitte wenden Sie sich an Ihre Kita Leitung wenn Sie dringend eine Entlastung brauchen. Kitas
sind gerne bereit auch individuelle Lösungen zu finden und die Betreuung für wenige Stunden an einzelnen Tagen zu ermöglichen.

Eine Aufnahme von vielen Eltern mit vollen Stunden in die offizielle Notbetreuung wird leider vermutlich zu einer Überlastung des Systems führen. Daher wäre es langfristig besser sich dort ins Gespräch zu
begeben.


Stellungnahme des LEAK zu Kitaschließungen anlässlich des Coronavirus SARS-CoV-2 (14.03.2020)

Nach der Ankündigung durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie findet ab dem kommenden Dienstag, 17. März, bis zum 17. April 2020 keine allgemeine Kitabetreuung in Berlin mehr statt.

Für Beschäftige aus den Bereichen Pflege, Gesundheit, Medizin und öffentliche Sicherheit wie Polizei, Justiz, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz, sowie zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge sollen Möglichkeiten zur Notbetreuung in Kindertagesstätten angeboten werden. Diese Notbetreuung soll in kleinen Gruppen stattfinden und auf das notwendige Maß begrenzt werden.

„Diese Einschränkungen sind weitreichend, einschneidend und notwendig. In diesem Zusammenhang appellieren wir auch an Eltern, sich mit Verabredungen und Treffen mit anderen auf das Notwendigste zu beschränken. Zusätzlich muss ein gemeinschaftlicher sozialer Umgang mit der jetzigen Situation gefunden werden,“ sagt Corinna Balkow, Vorsitzende des LandesElternAusschussKindertagesstätten (LEAK) Berlin. „Freiberufliche und Alleinerziehende stehen vor großen finanziellen Belastungen. Wir fordern daher finanziellen Ausgleich für bedürftige Familien. Zusätzlich sind Kitas eine Ergänzung des Sozialraumes für Kinder, auch dieser Schutzcharakter sollte bedacht werden.“

Eltern und Sorgepflichtige dürfen in dieser Situation nicht allein gelassen werden, sie benötigen zeitnahe und unkomplizierte Regelungen. Der LEAK appelliert mit hoher Dringlichkeit an Unternehmen und die Verantwortlichen in der Politik solidarische und geeignete Maßnahmen zur Unterstützung von Familien mit Kindern in Bezug auf die krisenbedingte Kinderbetreuungsproblematik umgehend zu ergreifen. Wir erwarten, dass wir uns als ElternvertreterInnen an der Arbeitsgruppe zur Begleitung der Prozesse zur Notfallversorgung einbringen können.

Realitätsnah, epidemiologisch am sinnvollsten und in einem solidarisch ernstzunehmenden Staat angezeigt, wären bezahlte Freistellungen. Ebenso sollte ggf. eine Grundsicherung für Selbstständige und Freiberufler gezahlt werden.

Daher fordern wir Maßnahmen, die der besonderen Situation gerecht werden:

-       Angebot von Notbetreuungsprogrammen für Kinder von Eltern, die aus gesellschaftlich notwendigen Gründen weiterhin vor Ort berufstätig sein müssen

-       Angebot von Notbetreuungsprogrammen für Kinder, deren Eltern die Betreuung in der jetzigen Situation aus gesundheitlichen Gründen nicht übernehmen können

-       Angebot von Notbetreuungsprogrammen für Kinder, die aus Kinderschutz Gründen eine außerhäusliche Betreuung benötigen

-       Bezahlte Freistellung von für Kinder sorgende Menschen z. B. durch eine Erweiterung der Urlaubstage

-       Kostenübernahme für den Einsatz von Ersatzbetreuungspersonen

-       Erweiterung der Mokis durch Online-Schulungen, schnelle Anerkennung von möglichen Betreuungspersonen mit Absicherung durch Haftpflicht- und Unfallversicherung

-       Unterstützung von hilfebedürftigen Familien bei Ausgaben für Bildung, Spiel und Mahlzeiten

-       Planung zur Betreuung chronisch kranker Kinder, die unter Umständen über die Zeit der Kitaschließungen hinaus in kleinstem Kontaktradius betreut und versorgt werden müssen