Eltern Telefon der Senatsverwaltung

Ab dem 14.05.2020 wird eine Hotline der Senatsverwaltung für Eltern eingerichtet, die unter der
Rufnummer 030 90227 6600 täglich von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr erreichbar ist.


Stellungnahme des BERLINER KITABÜNDNISSES zur Kita-Notbetreuung

In der derzeitigen Diskussion um die schrittweise Rückkehr der Kitakinder wird weitgehend ausgeblendet, dass die Pandemie nicht beendet ist. Wir tun gut daran, uns auf eine längere Phase des Kitabetriebs unter besonderen Bedingungen einzustellen.
Mit der Forderung, die bisherige bedarfsorientierte Betreuung der Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufsgruppen fortzusetzen, alle weiteren Kinder schrittweise aufzunehmen und gleichzeitig noch auf den Infektionsschutz durch die Betreuung in kleineren und stabilen Gruppen zu achten, werden die Berliner Kitas – ohne in angemessener Weise beteiligt worden zu sein - vor eine unmögliche Aufgabe gestellt.
Allen Beteiligten ist es wichtig, ein System aufzubauen, dass nicht nur heute sondern auch für weitere Wochen oder Monate trägt. Darauf sollen sich Eltern verlassen können. Auseinandersetzungen um Betreuungskapazitäten zwischen Eltern und Kita beschädigen die mit viel Engagement aufgebaute Zusammenarbeit. Um tragbare Lösungen zu entwickeln, müssen deshalb alle Beteiligten aufeinander zugehen, solidarisch miteinander umgehen und kreative und pragmatische Ideen in den Blick nehmen.  
 

Das Berliner Kita-Bündnis fordert deshalb:

Alle Kinder haben einen Anspruch auf die Kita! Die verfügbaren personellen und räumlichen Ressourcen müssen auf alle Kinder verteilt werden, so dass jedes Kind wieder einen Zugang zur Kindertagesbetreuung und frühkindlichen Bildung erhält. Ein verlässliches Angebot von 20 Stunden/Woche ist für alle Kinder bereitzustellen. Für etwa 20 % der Kinder ist ein erweitertes Angebot von 30-40 h/Woche nötig. Dieses erweiterte Angebot muss für eine eng ausgelegte Auswahl systemrelevanter Berufe (Krankenhaus, Pflege, Polizei, Feuerwehr und öffentliche Grundversorgung und Infrastruktur), berufstätige Alleinerziehende sowie ggf. Kinderschutzfälle vorgehalten werden. Viele Familien brauchen mehrere Betreuungsoptionen. Dabei gilt, dass neben der Notbetreuung in der Kita, ergänzende Angebote als Entlastungsmöglichkeiten für Familien dringend benötigt werden.

Gesonderte Angebote für Kinder, die eine Kita nur unter strengen Auflagen besuchen könnten! Besonders für Kinder, die auf Grund eigener Vorerkrankung weder an der KitaNotbetreuung noch am eingeschränkten Regelbetrieb teilnehmen können, müssen passende Betreuungsangebote geschaffen werden. Gleiches gilt auch für Kinder, in deren Haushalt relevant Vorerkrankte leben.

Ausreichende finanzielle Ersatzleistungen für Eltern! Die gesamte Gesellschaft, Politik und Verwaltung stehen in der Verantwortung und dürfen Eltern in dieser Krisensituation nicht allein lassen. Die derzeitigen finanziellen Fördermöglichkeiten reichen in dieser herausfordernden Situation nicht aus. Deswegen fordern wir, dass Eltern mit Kita-Kindern finanzielle Leistungen zur Kompensation erhalten. Nur so können Verdienstausfälle und Stundenreduzierungen ausgeglichen oder eventuell alternative professionelle Einzelbetreuung organisiert werden.


In der augenblicklichen Pandemie-Situation ist eine breite Zustimmung zu dem eingeschlagenen Weg von zentraler Bedeutung. Das bedeutet, dass die politischen Entscheidungen den betroffenen Eltern, Kindern, Trägern und Fachkräften transparent, mit angemessenem Vorlauf und plausibel vermittelt werden müssen. Es ist uns klar, dass der Prozess der Rückkehr zu einer Regelbetreuung komplex, langwierig und anspruchsvoll sein wird. Ängste, Befürchtungen und Ideen von Kindern, Eltern und Fachkräften, sowie der Arbeits- und Gesundheitsschutz müssen ernst genommen und die familialen und fachlichen Leistungen wertgeschätzt werden.

 

Dafür setzen wir uns im Berliner Kita-Bündnis ein!

Berlin, 20.05.2020



Für Rückfragen stehen zur Verfügung:

  • Corinna Balkow (Landeselternausschuss Kita/LEAK), info@leak-berlin.de
  • Sabine Radtke (Der Paritätische Berlin), radtke@paritaet-berlin.de

Stellungnahme des LEAK zur Kita-Notbetreuung (07.05.2020)

Als Vertreter*innen der Berliner Kita-Eltern setzen wir uns dafür ein, dass auch im Rahmen der Corona-Schutz- und Lockerungsmaßnahmen Kinder und ihre Familien die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen zusteht. Wir setzen uns dafür ein, dass die Verwaltung in Zusammenarbeit mit Bildungsakteuren und Eltern kreative Lösungen sucht und umsetzt, um die Rechte der Kinder auf Bildung und Gesundheit im Rahmen der während der Corona-Pandemie gegebenen Möglichkeiten zu gewährleisten.

Die Perspektive der Kinder kommt in der Diskussion um Corona regelmäßig zu kurz. Die Kontaktbeschränkungen treffen sie hart, ihnen fehlt das Spielen und Lernen in der Gruppe.  Kinder haben Rechte auf Gesundheit und auf Bildung. Kleine Kinder sind daher in der momentanen Situation besonders herausgefordert und in den Blick zu nehmen. Die schrittweise Öffnung von Kindertagesstätten sollte sich primär an dem Bedarf der Kinder orientieren. Die Unterbrechungszeiten der Betreuung gerade für junge Kinder sollen so kurz wie möglich gehalten werden.

Seitdem die Bundesregierung in Absprache mit den MinisterpräsidentInnen zum 20. April 2020 erste Lockerungen der sogenannten Corona-Maßnahmen beschlossen hat, wächst der öffentliche und politische Druck auf den Bereich der Kindertagesbetreuung, für den ebenfalls Lockerungen eingefordert werden. In diesem Sinne wurden am 21. April 2020 Änderungen auch für den Bereich der Kindertagesbetreuung in Berlin beschlossen. Die neuen Regeln eröffnen nunmehr die Möglichkeit einer schrittweisen Erweiterung des Betreuungsbetriebs in der Kindertagesbetreuung unter den Bedingungen der Notbetreuung. Vorrangig für die Inanspruchnahme dieses eingeschränkten Angebots bleibt weiterhin, dass die häusliche Betreuung des Kindes durch die Eltern oder durch eine dritte Person nicht sichergestellt werden kann.

Empfehlungen zu Hygieneregelungen und Schutzmaßnahmen legen die Reduzierung von Kontakten zum Schutz des Personals und der weitgehenden Vermeidung von Schmierinfektion für alle Betriebe, Einrichtungen und Angebote nahe. Dies soll insbesondere durch einen Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Personen und ein verstärktes Reinigungs- und Desinfektionsregime hergestellt werden. Allen Beteiligten in der Kindertagesbetreuung dürfte allerdings klar sein, dass Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt kaum Abstandsregelungen einhalten werden bzw. pflegende Tätigkeiten dieses auch nicht zulassen. Hinweise, welche alternativen Schutzmaßnahmen je nach pädagogischer Situation sinnvoll zu ergreifen sind, fehlen bisher.

Oberstes Ziel aller Maßnahmen bisher war die Verhinderung von Infektionen: Dies stand immer im Vordergrund. Mit der Änderung der Ein-Eltern-Regelung und dem Zugang für Alleinerziehende wird sich die Notbetreuung erheblich ausweiten. Damit werden einige Kitas unter Einhaltung der Empfehlungen zu kleinen Gruppen, feste/r BezugserzieherIn, Verteilung über die Räume und keine Durchmischung der Gemeinschaften auch jetzt schon an die Grenzen des machbaren und fachlich verantwortbaren kommen. Wir appellieren an die Solidarität unter Eltern, ihre Kinder nach Möglichkeit nur eingeschränkte Stunden zur Kita-Notbetreuung zu bringen, damit möglichst viele Familien in den Kita-Notbetrieb integriert werden können.

Der LEAK fordert deshalb:

Perspektive der Kinder und Eltern einbinden

Wir fordern, dass Elternvertretungen in der Kita, auf Bezirks- und Landesebene an Beratungen und Gesprächen teilnehmen können und aktiv eingebunden werden.

Ergänzende Angebote zur Förderung, Betreuung und Bildung

Der Senat und die Senatsverwaltung für Jugend sollten Familien mehrere Optionen zur Kinderbetreuung und Bildung anbieten. Dabei gilt, dass die Notbetreuung in der Kita nur eine Option unter mehreren sein sollte. Dem Senat von Berlin wird dringend empfohlen neben der Kindertagesbetreuung und der ergänzenden Förderung und Betreuung an Schulen Entlastungsmöglichkeiten für alle Familien und zuvorderst für Familien in Not zu schaffen und dieses auch zu gestatten.  Mit Unterstützung von Familienzentren, Nachbarschaftshäusern, Kirchengemeinden, Kinder- und Jugendfreizeitzentren, z.B.  durch begleitete Spiel- und Sportangebote auf den öffentlichen Spiel- und Sportplätzen, Spielkreise, feste Spielgruppen in der Nachbarschaft, Lese- und Puppenspielnachmittage usw. können Familien entlastet werden und Kinder wieder soziale Kontakten mit anderen pflegen- in möglichst konstanten Kleingruppen.

Entschädigung bei Kinderbetreuung; Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie möge in ihrer Funktion als Familienministerium über die Möglichkeiten des Bundes auf Lohnfortzahlung für Eltern, die ihr Kind zu Hause betreuen und deshalb auf Einkommen verzichten müssen, aktiv und breit informieren und die Antragstellung unterstützen. Eine Verlängerung des Zeitraums über die bisher angekündigten sechs Wochen ist notwendig.  Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehören neben dem wichtigen Unterstützungssystem Kita auch die Arbeitgeber als Partner. Es gibt gute Beispiele von Unternehmen, die durch bessere Konzepte für Homeoffice und Arbeitsorganisation dazu beitragen, dass sich Eltern zumindest organisieren können und Druck in den Familien verringert wird. Wir rufen alle Berliner Arbeitgeber auf, kreative Lösungen zu finden, um die Arbeitsbelastungen für Eltern zu verringern und sie und ihre Kinder in der aktuellen Situation zu unterstützen.

Angebote für Kinder und Familien, die zur Risikogruppe gehören
Eltern, die weder am Notbetreuungsbetrieb noch an einem geplanten eingeschränkten Regelbetrieb teilnehmen können, da sie oder ihre Kinder zur sogenannten Risikogruppe gehören, benötigen arbeitsrechtliche Sicherheit, finanzielle Unterstützung und getrennte Betreuungsangebote, die sich an ihren Bedarfen orientieren.

Orientierungsrahmen für Arbeits- und Gesundheitsschutz, sowie bessere Arbeitsbedingungen für pädagogisches Personal

Die Senatsverwaltung für Jugend wird dringend gebeten einen Orientierungsrahmen für alle Träger der Kindertagesbetreuung zu praktischen und konzeptionellen Umsetzung der Notbetreuung , der Organisation des pädagogischen Alltags, der Hygiene in der Einrichtung, der Einordnung von Maßnahmen des  Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden insbesondere zum Umgang mit Mund-Nase-Masken im pädagogischen Alltag sowie der Kommunikation mit Eltern und Angehörigen entwickeln. Weiterhin unterstützen wir die Forderungen von Erzieher*innen nach höherer Bezahlung und langfristigen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.

Wissenschaftliche Studien zur Verbreitung des Virus in Kindertagesstätten

Der Senat von Berlin wird aufgefordert, ein regelmäßiges Screening von Erzieherinnen und Erziehern, sowie die Erstellung von wissenschaftlichen Studien zur Verbreitung des Virus in Kindertagesstätten, sowie ergänzend unter den jüngeren Kindern und ihren Familien in Auftrag zu geben und durchzuführen.


Informationen für Eltern (29.04.2020)

Liebe Eltern,
wie von der Senatsverwaltung angekündigt, gibt es ab dem 27.4. eine Erweiterung der Notbetreuung. Wir wollen euch dazu einige aktuelle Informationen zusammenfassen:


„Vorrang der häuslichen Betreuung“ bedeutet für uns: Wir rufen alle Eltern auf sich solidarisch zu verhalten und die Notbetreuung als eine eingeschränkte Option zu verstehen. Es wird leider nicht möglich sein, dass jede Familie, die im HomeOffice arbeitet, eine Vollzeitbetreuung erhält. Anderseits sollte auch diesen Eltern ermöglicht werden, ihre Kinder zeitweise betreuen zu lassen.


Seit dem 27.4. sind auch wieder private Betreuungen (nachbarschaftliche Hilfe) von bis zu drei Kindern erlaubt. Hier gilt es, am besten immer die gleichen Kinder gemeinsam betreuen.


Ab dem 4.5. dürfen auch die Spielplätze wieder genutzt werden. Auf den Spielplätzen gelten die Abstands- und Hygieneregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie.


Auf der Seite der Senatsverwaltung befinden sich die offiziellen Bekanntmachungen, Formulare für die Notbetreuung und Antworten auf häufige Fragen, einiges auch mehrsprachig:  www.berlin.de/sen/bjf/coronavirus/aktuelles/

Uns erreichen viele Anfragen und Berichte von kaum zu meisternden Situationen, bei den allermeisten gehen die Ressourcen in vielerleit Hinsicht zuende. Wir bemühen uns, Euch schnellstmöglch zu antworten und tragen Eure Anliegen auch gesammelt in die Senatsverwaltung und den politischen Gremien weiter.  
Wir wünschen euch und euren Lieben weiter gute Nerven in dieser herausfordernden Zeit und immer wieder auch Raum für Freude miteinander!
Euer LEAK Vorstand


Stellungnahmen der Senatsverwaltung


    Stellungnahme des LEAK zu Einschränkungen von Kindern und Familien (22.04.2020)

     

    Stellungnahme des Landes Eltern Ausschuss Kita (LEAK) zu Einschränkungen von Kindern und Familien

    Berlin 22.04.2020

    Kinder haben Rechte, u.a. auch auf Gesundheit und auf Bildung. Kleine Kinder gehören zu den Gruppen, die unter der momentanen Situation besonders leiden. Es ist Aufgabe der Politik, jetzt kreativ über Lösungen nachzudenken und gemeinsam mit Eltern, Pädagog_innen und Erzieher_innen daran zu arbeiten, dass Berliner Kinder nicht unnötig stark in ihrer Entwicklung eingeschränkt werden!

    Es ist als Gesellschaft unsere Aufgabe, gerade auch für die Rechte derer Kinder einzustehen, deren Eltern mit der momentanen Situation überfordert sind. Auch Kinder von Alleinerziehenden sind stark betroffen. Wir begrüßen daher die Regelung, dass diese in Belastungssituationen komplett in die Notbetreuung aufgenommen werden. Zusätzlich müssen auch für Kinder mit besonderem Förderbedarf Angebote und Lösungen gefunden werden.

    Ganz grundsätzlich brauchen alle Kinder und ihre Eltern Perspektiven, die ihre Bedürfnisse ernst nehmen! 

    Aus unserer kurzfristigen Umfrage, an der vom 15.4. bis zum 20.04.2020 über 1300 Eltern teilgenommen haben, lässt sich herauslesen, dass die Mehrheit der Eltern Betreuungsoptionen und praktische Entlastung benötigt. Betreuung umfasst dabei viele Varianten von Voll- oder Teilzeit in der Kita, durch Freunde oder Sportgruppen. Praktische Entlastung ist in Form von geöffneten Spielplätzen, reguliertem Zugang zu Bibliotheken und Sportplätzen sind dringend notwendig. Andere Familien brauchen eher eine finanzielle Unterstützung, da sie an Betreuungsoptionen nicht teilhaben können.

    Wir müssen gemeinsam Modelle finden, an Ideen mangelt es nicht.
    Eine erste Auswahl: Pädagogische Fachkräfte könnten einige Tage in der Woche für mehrere Stunden Kita-Gärten öffnen. Wir könnten Spielplätze mit Einschränkungen öffnen. Wir könnten Nebenstraßen zu Spielstraßen umwidmen. Wir könnten Notbetreuung in Kitas für Kleinstgruppen tageweise oder vor- und nachmittags getrennt anbieten. Wir könnten Eltern ermöglichen 2-3 Vor- oder Nachmittage pro Woche Betreuung in Anspruch zu nehmen.

     


    Erweiterung der Notbetreuung ab dem 27.04.2020

    Wir raten Eltern in der aktuellen Ausnahmesituation Kita als Familiäre Unterstützung zu begreifen.

    Bitte wenden Sie sich an Ihre Kita Leitung wenn Sie dringend eine Entlastung brauchen. Kitas
    sind gerne bereit auch individuelle Lösungen zu finden und die Betreuung für wenige Stunden an einzelnen Tagen zu ermöglichen.

    Eine Aufnahme von vielen Eltern mit vollen Stunden in die offizielle Notbetreuung wird leider vermutlich zu einer Überlastung des Systems führen. Daher wäre es langfristig besser sich dort ins Gespräch zu
    begeben.


    Nachbarschaftliche Betreuungshilfe erlaubt

    Ab dem 27. April ist eine private, insbesondere nachbarschaftliche Betreuungshilfe erlaubt. Dies gilt für maximal drei Kinder. Auch pädagogisch begleitete Außenaktivitäten von Kleingruppen im Bereich der Kindertagesbetreuung sind ab Montag von der Kontaktbeschränkung ausgenommen. Dies ist insbesondere für kleine Kitas und Kindertagespflegestellen ohne eigene Gärten ein Fortschritt.

    https://www.berlin.de/sen/bjf/service/presse/pressearchiv-2020/pressemitteilung.923468.php

     

     

    Pressemitteilung der Senatsverwaltung (Senbjf) 21.04.

    Pressemitteilung vom 21.04.2020

    Ab Montag können wieder mehr Kinder die Berliner Kitas und Kindertagespflegestellen besuchen. Der Berliner Senat hat heute die Lockerung der Corona-Eindämmungsmaßnahmen beschlossen. Unter Berücksichtigung der epidemiologischen Situation im Land Berlin soll der Betreuungsbetrieb stufenweise und zügig wieder aufgenommen werden. Nach derzeitiger Planung sollen deutlich vor dem 1. August alle Eltern für ihr Kind wieder ein Betreuungsangebot erhalten. Die Regelungen gelten auch für die Notbetreuung von Schulkindern.

    Als Erstes werden ab dem 27. April 2020 deutlich mehr Eltern als bisher einen Anspruch auf die Betreuung ihrer Kinder haben, wenn sie diese nicht anders ermöglichen können. Berechtigt sind:

    • Alleinerziehende
    • alle Eltern, die in den bisher als systemrelevant definierten Berufen arbeiten. Anders als bisher ist es ausreichend, dass ein Elternteil in einem der so definierten Berufe arbeitet (Wegfall der „Zwei-Eltern-Regelung“)
    • Eltern, die in Berufsgruppen arbeiten, die nun neu in die Liste der systemrelevanten Berufe aufgenommen wurden. Dazu gehören z. B. Logopäden und Logopädinnen sowie Zahntechniker und Zahntechnikerinnen. Für weitere Berufsgruppen wie Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher wurden die Bestimmungen erweitert. Die komplette, aktualisierte Berufe-Liste wird von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie den Kita-Trägern mitgeteilt und im Internet veröffentlicht. In unklaren Fällen können sich Einrichtungen an die bereits etablierte Hotline der Kita-Aufsicht wenden.

    Auch weiterhin gelten in Berlin Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Ab dem 27. April ist aber eine private, insbesondere nachbarschaftliche Betreuungshilfe erlaubt. Dies gilt für maximal drei Kinder. Auch pädagogisch begleitete Außenaktivitäten von Kleingruppen im Bereich der Kindertagesbetreuung sind ab Montag von der Kontaktbeschränkung ausgenommen. Dies ist insbesondere für kleine Kitas und Kindertagespflegestellen ohne eigene Gärten ein Fortschritt.

    Elterninformationen zu finanziellen Themen

    Entschädigungen für erwerbstätige Sorgeberechtigte und Pflegeeltern bei notwendiger Betreuung infolge Schließung von Schulen und Betreuungseinrichtungen

    Seit dem 30.03.2020 haben erwerbstätige Sorgeberechtigte und Pflegeeltern einen Anspruch nach § 65 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz (IfSG) auf Entschädigung ihres Verdienstausfalls, wenn sie infolge einer behördlichen Schließung oder Betretungsuntersagung einer Betreuungseinrichtung oder Schule ihr Kind selbst betreuen müssen. Voraussetzung ist, dass eine anderweitige zumutbare Betreuungsmöglichkeit nicht besteht.
    Das Gesetz gewährt die Entschädigung für Betreuungsfälle ab dem 30.03.2020. Die Arbeitgeber zahlen für einen Zeitraum von maximal 6 Wochen die Entschädigungen in Höhe von 67 Prozent des Lohnes für die Behörde aus. Sie können anschließend die Erstattung durch die Behörde beantragen.
    Erstattungsanträge können derzeit noch nicht entgegengenommen werden.
    Ab voraussichtlich Mai wird es die Möglichkeit eines digitalen Antrags geben. Informationen hierzu werden zeitnah veröffentlicht.

    Zu den Informationen der Senatsverwaltung für Finanzen.

     

    Elterngeld

    Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie haben auch zur Folge, dass eine steigende Zahl von Eltern die Voraussetzungen nicht mehr einhalten können, die für den Bezug des Elterngeldes vorgesehen sind. So werden Eltern, die bestimmten Berufsgruppen angehören (zum Beispiel Pflegepersonal, Ärztinnen und Ärzte, Polizistinnen und Polizisten) an ihrem Arbeitsplatz dringend benötigt und können weder über den Arbeitsumfang noch über die Arbeitszeit selbst bestimmen. Andere Berufsgruppen sind von Kurzarbeit oder Freistellungen betroffen und geraten in wirtschaftliche Notlagen während des Elterngeldbezugs. Werdende Eltern befürchten Nachteile bei der späteren Elterngeldberechnung durch die Corona-bedingte Kurzarbeit oder Freistellung während der Elternzeit.

    Zu den Informationen des Bundesfamilienministeriums

    Kinderzuschlag

    Im Rahmen der Corona-Krise wird der Kinderzuschlag nun zu einem Notfall-KiZ angepasst. Er soll zügig helfen, wenn Familien jetzt Einkommenseinbrüche erleiden und plötzlich nur noch ein kleines Einkommen erzielen. Dafür werden folgende Regelungen getroffen:

    • Bei Anträgen auf Kinderzuschlag, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. September 2020 gestellt werden, wird das Einkommen der Eltern nicht anhand der letzten sechs Monate, sondern nur anhand des letzten Monats vor Antragstellung geprüft. Für Anträge im April ist also das Einkommen aus März relevant, für Anträge im Mai das von April. So kann besser auf kurzfristige Einkommenseinbußen reagiert werden.
    • Außerdem müssen Eltern keine Angaben mehr zum Vermögen machen, wenn sie kein erhebliches Vermögen haben. Die Regelung erleichtert die Beantragung. Der Kinderzuschlag kann dadurch höher ausfallen. An den Einkommensbereichen ändert sich jedoch nichts.

    Zu den Informationen des Bundesfamilienministeriums

    Elterninformationen zu Kitaschließungen vom 17.03.-17.04.2020

    Sehr geehrte Eltern,
    sehr geehrte Damen und Herren,
    der Senat von Berlin hat heute auf Grund der aktuellen Corona-Pandemie die Schließung aller Kitas
    ab Dienstag, dem 17.03.2020 bis einschließlich zum Freitag, dem 17.04.2020
    beschlossen.


    Die Schließung der Kindertagesstätten soll dazu beitragen, Art und Umfang sozialer Kontakte zu
    reduzieren, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen bzw. zu vermeiden.
    Insbesondere sollen auf diese Weise besonders gefährdete Gruppen geschützt und in der Folge
    Überlastungen des Gesundheitssystems vermieden werden.
    Die Senatsverwaltung für Jugend ist sich der Auswirkungen dieser Entscheidung für ihre persönliche
    Situation bewusst. Dennoch bitten wir Sie, mit Blick auf die gesamtgesellschaftlichen
    Herausforderungen, um Verständnis für diese Maßnahme.


    Um die wichtigsten Aufgaben der Daseinsvorsorge auch in dieser außergewöhnlichen Notsituation
    sicherzustellen, wird mit Unterstützung der Träger ein Notsystem mit einer sehr begrenzten
    Platzzahl aufrechterhalten. Dieses Notsystem ist Personen vorbehalten, die systemrelevante
    Tätigkeiten ausüben (v. a. in den Bereichen Gesundheit/ Pflege und öffentliche Sicherheit) und trotz
    aller eigenen Bemühungen keine andere Möglichkeit der Betreuung ihrer Kinder haben.
    Über diese Angebote sowie das damit verbundene Zuweisungsverfahren werden wir Sie im Laufe
    des Montags auf der Homepage der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie informieren
    (https://www.berlin.de/sen/bjf/).

    Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus in Berlin (14.03.2020)

     

    § 9 Tageseinrichtungen im Sinne des Kindertagesförderungsgesetzes

    Tageseinrichtungen im Sinne des Kindertagesförderungsgesetzes dürfen nicht geöffnet werden, soweit es sich nicht um eine Notbetreuung von Kindern von Eltern handelt, deren berufliche Tätigkeit für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens insbesondere im Bereich der Gesundheit, Pflege, der öffentlichen Sicherheit und Versorgung erforderlich ist.Über die Auswahl der Einrichtungen entscheidet die für das Schulwesen zuständige Senatsverwaltung.§ 9 tritt am 17. März 2020 in Kraft.

    https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/rathaus-aktuell/2020/meldung.906890.php

    Stellungnahme des LEAK zu Kitaschließungen anlässlich des Coronavirus SARS-CoV-2 (14.03.2020)

    Nach der Ankündigung durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie findet ab dem kommenden Dienstag, 17. März, bis zum 17. April 2020 keine allgemeine Kitabetreuung in Berlin mehr statt.

    Für Beschäftige aus den Bereichen Pflege, Gesundheit, Medizin und öffentliche Sicherheit wie Polizei, Justiz, Rettungsdienste, Feuerwehr und Katastrophenschutz, sowie zur Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge sollen Möglichkeiten zur Notbetreuung in Kindertagesstätten angeboten werden. Diese Notbetreuung soll in kleinen Gruppen stattfinden und auf das notwendige Maß begrenzt werden.

    „Diese Einschränkungen sind weitreichend, einschneidend und notwendig. In diesem Zusammenhang appellieren wir auch an Eltern, sich mit Verabredungen und Treffen mit anderen auf das Notwendigste zu beschränken. Zusätzlich muss ein gemeinschaftlicher sozialer Umgang mit der jetzigen Situation gefunden werden,“ sagt Corinna Balkow, Vorsitzende des LandesElternAusschussKindertagesstätten (LEAK) Berlin. „Freiberufliche und Alleinerziehende stehen vor großen finanziellen Belastungen. Wir fordern daher finanziellen Ausgleich für bedürftige Familien. Zusätzlich sind Kitas eine Ergänzung des Sozialraumes für Kinder, auch dieser Schutzcharakter sollte bedacht werden.“

    Eltern und Sorgepflichtige dürfen in dieser Situation nicht allein gelassen werden, sie benötigen zeitnahe und unkomplizierte Regelungen. Der LEAK appelliert mit hoher Dringlichkeit an Unternehmen und die Verantwortlichen in der Politik solidarische und geeignete Maßnahmen zur Unterstützung von Familien mit Kindern in Bezug auf die krisenbedingte Kinderbetreuungsproblematik umgehend zu ergreifen. Wir erwarten, dass wir uns als ElternvertreterInnen an der Arbeitsgruppe zur Begleitung der Prozesse zur Notfallversorgung einbringen können.

    Realitätsnah, epidemiologisch am sinnvollsten und in einem solidarisch ernstzunehmenden Staat angezeigt, wären bezahlte Freistellungen. Ebenso sollte ggf. eine Grundsicherung für Selbstständige und Freiberufler gezahlt werden.

    Daher fordern wir Maßnahmen, die der besonderen Situation gerecht werden:

    -       Angebot von Notbetreuungsprogrammen für Kinder von Eltern, die aus gesellschaftlich notwendigen Gründen weiterhin vor Ort berufstätig sein müssen

    -       Angebot von Notbetreuungsprogrammen für Kinder, deren Eltern die Betreuung in der jetzigen Situation aus gesundheitlichen Gründen nicht übernehmen können

    -       Angebot von Notbetreuungsprogrammen für Kinder, die aus Kinderschutz Gründen eine außerhäusliche Betreuung benötigen

    -       Bezahlte Freistellung von für Kinder sorgende Menschen z. B. durch eine Erweiterung der Urlaubstage

    -       Kostenübernahme für den Einsatz von Ersatzbetreuungspersonen

    -       Erweiterung der Mokis durch Online-Schulungen, schnelle Anerkennung von möglichen Betreuungspersonen mit Absicherung durch Haftpflicht- und Unfallversicherung

    -       Unterstützung von hilfebedürftigen Familien bei Ausgaben für Bildung, Spiel und Mahlzeiten

    -       Planung zur Betreuung chronisch kranker Kinder, die unter Umständen über die Zeit der Kitaschließungen hinaus in kleinstem Kontaktradius betreut und versorgt werden müssen

    Stellungnahme des LEAK zu finanziellen Forderungen an Kindertagespflegepersonen in Berlin

    Der Leak betrachtet die finanziellen Rückforderungen an Tagespflegepersonen mit Sorge. Wir sind überzeugt, dass Tagespflege eine wichtige Möglichkeit der Kinderbetreuung und frühkindlichen Bildung darstellt. Wir wünschen uns daher dass für die jetzige finanzielle Situation eine gute Lösung gefunden wird. Wir begrüßen eine bessere Bezahlung und auch weitere fachliche Unterstützung sowie Bildungsangebote.

    Tarifverhandlungen 2019

    Gemeinsame Stellungnahme der Gesamtelternvertrer*innen des PFH
    und des LEAK zu den laufenden Tarifverhandlungen anlässlich des
    Warnstreiks am 29.1.2019

     >>> PDF-Download <<<

    Der Landeselternausschuss Kita und die Elternvertreter*innen des Pestalozzi-Fröbel-Hauses (PFH) erklären Ihre Solidarität mit den Erzieher*innen. Seit langem fordern sie bessere Arbeitsbedingungen für Erzieher*innen. Die Arbeitsbedingungen für pädagogische Fachkräfte müssen so gestaltet werden, dass diese ihre Arbeit gut, gerne und lange machen wollen und können. Dazu zählen sie vor allem eine spürbar bessere Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher, eine bessere Berücksichtigung der Arbeitsbelastungen, die neben der eigentlichen pädagogischen Arbeit stattfinden und die Schaffung von mehr Aufstiegschancen und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Berufsfeldes.
    "Elternvertreter*innen fordern schon lange eine deutlich höhere Bezahlung von pädagogischen Fachkräften, nun liegt es an den Verhandlungspartnern dies möglich zu machen", so Sabrina Butters, stellvertretende Vorsitzende der GEV des PFH.
    Die Berliner Bildungslandschaft ist vielfältig und vielseitig, eine qualitativ hochwertige Betreuung und Ausweitung der angebotenen Kita-Plätze ist nötig. "Unsere Kinder werden Tag für Tag liebevoll betreut.
    Erzieher*innen leisten Großes für unsere Kleinsten. Die Anstrengungen der Erzieher*innen müssen mit einer deutlich sichtbaren finanziellen Aufwertung gewürdigt werden. Nur so kann gesichert werden, dass die aktuellen Erzieher*innen ihren Beruf noch lange ausüben und zukünftige Erzieher*innen sich für eine Ausbildung entscheiden. “, so Corinna Balkow, Vorsitzende des LEAK.